Hallo,
im Zuge der Erechnungs-Pflicht richte ich gerade die eRechnung in Fakturama ein. Die Validierung der Dokumente scheitert an der Buyer-Reference, also der Leitweg-ID. Meiner Info nach ist diese aber nur für Behördengeschäfte verpflichtend, was ich nicht habe. Daher auch keine ID.
Gibt es eine Art Platzhalter für die Leitweg-ID? Meines Wissens muss diese ja bei Einstellungen > Firmendaten > Gläubiger-ID angegeben werden? Wie kann ich hier ein valides Dokument erzeugen?
Moin, die Leitweg-ID kann man in den Kundenkommentaren hinterlegen. Das ist eine Umgehungslösung, die im Handbuch beschrieben ist (ZUGFeRD-Export).
Viele Grüße
Ralf.
Wichtige Infos zum Posten im Forum.
Fehler gefunden?
@downthehill Freund von mir bekommt in seinem Betrieb von Lieferanten schon seit längerem ZUGFeRD-Rechnungen. Ich habe mir aber noch keine der XMLs angeschaut. Aber er hat garantiert keine Leitweg-ID.
Bei der XRechnung ist die Leitweg-ID zwingend, da sie eben den LEITWEG zum (öffentlichen) Rechnungsempfänger codiert.
In Fakturama ist es die Variable Kundenreferenz im Rechnungsformular. Es gibt Test-Leitweg-IDs. Zu finden im Internet.
Offensichtlich (oder vielleicht) ist die Leitweg-ID bei ZUGFeRD nicht verpflichtend. Ich habe dazu in den einschlägigen Quellen nichts gefunden.
Bei der XRechnung ist die Leitweg-ID zwingend, da sie eben den LEITWEG zum (öffentlichen) Rechnungsempfänger codiert.
Das ist schon mal gut zu wissen, vielen Dank. Das beschriebene Problem tritt aber auch im Format ZUGFeRD_V2_COMFORT auf.
@rheydenr meine Kunden haben auch keine Leitweg-ID. Wie kann ich denn komplett ohne Leitweg-IDs vorgehen? Dazu habe ich im Handbuch nichts gefunden.
@downthehill Ich zitiere das Bundesfinanzministerium:
Brauchen Unternehmen eine Leitweg‑ID?
Für die Erstellung von E‑Rechnungen zwischen Unternehmen (B2B-Bereich) wird grundsätzlich keine sogenannte Leitweg‑ID benötigt.
Eine Leitweg‑ID ist nur erforderlich, wenn eine E‑Rechnung an eine Behörde gestellt werden soll (sogenannte B2G‑Bereich, siehe auch Frage 4). Diese ermöglicht eine eindeutige elektronische Adressierung und Weiterleitung der E‑Rechnung an den öffentlichen Auftraggeber. Einzelheiten zur Leitweg‑ID, insbesondere auch zu deren Beantragung, finden Sie auch unter https://www.e-rechnung-bund.de/faq/leitweg-id/ .
Wenn deine Kunden von dir eine XRechnung wollen, müssen sie dir auch ihre Leitweg-ID mitteilen. Verlangen sie eine ZUGFeRD, ohne dir eine Leitweg-ID mitzuteilen, haben sie wohl auch keine. Dann erstellt du eben eine (ZUGFeRD-)Rechnung ohne Leitweg-ID. Fakturama ist das bumsegal, ob in der ZUGFeRD-XML eine Leitweg-ID steckt. Zumindest funktioniert das mit Fakturama auch ohne Leitweg-ID.
Der genannte Freund von mir hat einen Malerbetrieb. Der weiß nicht mal, was eine LeitwegID ist. Okay, inzwischen weiß er es, weil ich es ihm erklärt habe. Wenn der eine Lieferanten-(ZUGFeRD-)Rechnung erhält, wickelt seine Frau die Zahlung mittels des lesbaren PDFs ab und nicht mittels der eingebetteten XML. DAS XML interessiert die nicht. Außerdem kann ihre beknackte Malersoftware keine eRechnungen (also den XML-Part) lesen. Fakturama kann das ja auch nicht. Kein einziger Kunde des Malerbetriebs (Fakturama=Debitor) hat bis heute eine eRechnung verlangt, auch die kommunalen nicht.
Dann erstellt du eben eine (ZUGFeRD-)Rechnung ohne Leitweg-ID. Fakturama ist das bumsegal, ob in der ZUGFeRD-XML eine Leitweg-ID steckt.
Das Problem ist ja, dass in dem Fall die Rechnung nicht valide ist. Ich arbeite nur im B2B-Bereich, nicht B2C. Es heißt ja überall, dass nicht valide Rechnungen ab 2025 besser nicht anerkannt werden sollen, bzw. abgewiesen werden sollen. Das daraus resultierende mögliche Chaos würde ich gerne von vorne herein vermeiden. Daher nach wie vor die Frage, wie man ohne Leitweg-ID ein valides Dokument erhält? Bzw. ist das überhaupt möglich?
Wo bzw. bei wem hast du denn deine ZUGFeRDe validieren lassen? Wenn ein öffentliches Portal bzw. der Validator (heißt das so?) von ferd-net.de sagt, deine ZUGFeRD sei nicht valide, heißt das noch lange nicht, dass sie für deinen B2B-Kunden bzw. seine Software nicht (valide) lesbar ist. Besitzt er keine Leitweg-ID, kann dies auch kein Kriterium sein für valide ZUGFeRDs.
Validiert habe ich mit portinvoice.com und mit OpenXRechnungToolbox. Meines Wissens ist lesbar nicht mit valide gleichzusetzen. Wenn ich mit Fakturama eine XRechnung erzeuge, wird ja ein separates XML erzeugt. Mit OpenXRechnungToolbox kann das zwar korrekt gelesen werden, sprich dargestellt werden, valide ist es aber trotzdem nicht.
Meine Info ist, dass nicht valide Rechnungen nicht anerkannt werden sollen, unabhängig davon, ob sie nun lesbar sind. Möglicherweise liege ich damit aber falsch, klare Infos dazu sind im Internet irgendwie Mangelware.
Die OpenXRechnungToolbox ist meines Wissens nicht für ZUGFeRD geeignet. Dr. Jan Thiele, der das Tool freundlicherweise der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, saß im Finanzdingsbums von Bremen und in dem Gremium, das die Spezifikationen der XREchnung festgelegt hat. Nicht der ZUGFeRD!
Und ich habe das hier im Forum schon einmal erwähnt: Die XML der XRechnung ist nicht identisch mit der XML der ZUGFeRD. In den Einstellungen der Toolbox kann man verschiedene Versionen einstellen. Aber dort findet sich keine ZUGFeRD. Die EN16931 ist eine Spezifikation für eRechnungen im allgemeinen. Soweit ich mir das angelesen habe.
Das Dumme an dem ganzen Thema ist doch wie immer bei solchen Dingen. Der Gesetzgeber, die EU, der/die/das weiß ich wer, legt irgendetwas fest, und die Leute/Unternehmen am Ende der Befehlskette müssen sich um alles selbst kümmern. Die eRechungspflicht wurde 2014 verabschiedet. Das Kabinett Merkel hat sich einen S****ß darum gekümmert. Jetzt (2024) erfahren die Leute nach und nach, dass ab 1.1.2025 eRechnungspflicht besteht. Und der Himmel brennt!
Validiert habe ich mit portinvoice.com und mit OpenXRechnungToolbox. Meines Wissens ist lesbar nicht mit valide gleichzusetzen. Wenn ich mit Fakturama eine XRechnung erzeuge, wird ja ein separates XML erzeugt. Mit OpenXRechnungToolbox kann das zwar korrekt gelesen werden, sprich dargestellt werden, valide ist es aber trotzdem nicht.
Meine Info ist, dass nicht valide Rechnungen nicht anerkannt werden sollen, unabhängig davon, ob sie nun lesbar sind. Möglicherweise liege ich damit aber falsch, klare Infos dazu sind im Internet irgendwie Mangelware.
Was passiert denn, wenn man die Leitweg-ID explizit auf 0 setzt? Ist die XRechnung-XML dann valide?
Von was reden wir denn jetzt? Von der XRechnung oder von der ZUGFeRD?
Bei der XRechnung wird bei der Validierung nicht nur das Vorhandensein einer Leitweg-ID geprüft, sondern auch deren Gültigkeit. Also macht es keinen Sinn die Leitweg-ID auf 0 zu setzen.
Bei der ZUGFeRD ist offensichtlich eine Leitweg-ID nicht zwingend erforderlich (zumindest B2B). Wäre bei B2B auch Kappes, da die Leitweg-ID zumindest bisher eine rein kommunale Kennziffer ist.
Ich bin kein Unternehmer. Ich betreue meine Schwägerin in ihrer Gärtnerei in allen IT-Fragen. Und nun wird das Thema ERechnung eben akut. Bis dato haben wir aber noch keinen eRechnungs-"Fall" gehabt. Das Debüt steht also noch aus. Dann wird sich die Wahrheit zeigen.
In den Einstellungen der Toolbox kann man verschiedene Versionen einstellen. Aber dort findet sich keine ZUGFeRD. Die EN16931 ist eine Spezifikation für eRechnungen im allgemeinen. Soweit ich mir das angelesen habe.
Das war tatsächlich die Lösung. Fakturama erstellt die XRechnung in Version 2.1. In OpenXRechnungToolbox war 2.2 voreingestellt. Mit der unten erwähnten Vorgehensweise mit 0 oder Bindestrich als Kundenreferenz wird die XRechnung valide.
Das Dumme an dem ganzen Thema ist doch wie immer bei solchen Dingen. Der Gesetzgeber, die EU, der/die/das weiß ich wer, legt irgendetwas fest, und die Leute/Unternehmen am Ende der Befehlskette müssen sich um alles selbst kümmern. Die eRechungspflicht wurde 2014 verabschiedet. Das Kabinett Merkel hat sich einen S****ß darum gekümmert. Jetzt (2024) erfahren die Leute nach und nach, dass ab 1.1.2025 eRechnungspflicht besteht. Und der Himmel brennt!
Das stimmt. Die relevanten Infos sind gut versteckt, falls es sie denn gibt. Schwach ist auch, dass der Gesetzgeber nicht mal ein offizielles Validierungstool zur Verfügung stellen kann (zumindest ist mir nix bekannt, oder deren SEO ist schlecht). Kann ja nicht die Welt kosten, etwas einfaches wie z.B. die OpenXRechnungToolbox zu entwickeln.
Was passiert denn, wenn man die Leitweg-ID explizit auf 0 setzt? Ist die XRechnung-XML dann valide?
Guter Ansatz! Wenn ich die Kundenreferenz (Leitweg-ID) auf 0 oder Bindestrich setze, wird sowohl XRechnung als auf ZUGFeRD teilweise valide. Auf portinvoice.com laufen scheinbar 3 verschiedene Prüfverfahren: Mustang und Koordinierungsstelle für IT-Standards zeigen valide an, nicht jedoch das Valitool Verfahren. Ob die Null oder der Bindestrich so erlaubt sind, ist eine andere Frage. Weiß da jemand was? Durch die Fehlermeldungen von Valitool arbeite ich mich nun durch.
Ich muss mich zumindest teilweise korrigieren. Die Leitweg-ID ist nur bei B2G verpflichtend, und das auch nicht in allen Ländern, Gemeinden etc.
Ich zitiere aus der Spezifikation XRechnung 3.02 vom Juni 2024:
Länder und Kommunen, die ihren Rechnungsstellern abweichend von der Leitweg-ID eigene Zuordnungsmuster
mitteilen, können diese statt der Leitweg-ID im Feld Buyer Reference verwenden. Soll XRechnung in anderen
Bereichen als B2G verwendet werden (bspw. B2B), dann können hier ebenfalls eigene Käuferreferenzen verwendet
werden. Die Verwendung einer Leitweg-ID ist dazu nicht notwendig.
Dazu muss man 118 Seiten lange PDFs durchstöbern, bis man Klarheit hat. Vielen Dank, ihr hilfreichen Behörden.
Länder und Kommunen, die ihren Rechnungsstellern abweichend von der Leitweg-ID eigene Zuordnungsmuster
mitteilen, können diese statt der Leitweg-ID im Feld Buyer Reference verwenden. Soll XRechnung in anderen
Bereichen als B2G verwendet werden (bspw. B2B), dann können hier ebenfalls eigene Käuferreferenzen verwendet
werden. Die Verwendung einer Leitweg-ID ist dazu nicht notwendig.
Ob die Käuferreferenzen eine bestimmte Form haben müssen oder fortlaufend sein müssen, steht leider wieder nicht dabei. Nun könnte man davon ausgehen, dass 0 oder - passen sollte. Das klingt aber fast zu einfach. Wobei eine Nummer oder gar fortlaufende Nummer eigentlich wieder Quatsch wäre, da es ja eh schon die Rechnungsnummer gibt.
Ich werde die nächsten Tage mal die ZUGFeRDe bei meinem Malerkumpel anschauen, was da in der Buyer-ID drinsteht.